| Die Miniatur "When worlds collide" erschien Dezember 2004 in der Nummer 2 der Literaturzeitschrift "ATME!" (...) G..., der sich wie ich die Nächte als
Filmvorführer um die Ohren schlägt, hat sich einen
Leistenbruch zugezogen. Ich beschloss, ihn vor seiner
Krankenhauseinweisung auf der Arbeit zu besuchen (man kann nie wissen -
ein Arbeitskollege von C... ist während einer Mandeloperation
verblutet) und mir bei der Gelegenheit einen frühen Lars von
Trier-Film anzusehen. Nach 90 Minuten voller schreiender Pestopfer
ließ ich mir von G... die Details seines bevorstehenden Eingriffs
schildern, um dann zu später Stunde mit D..., einer Freundin von
ihm, noch einen trinken zu gehen. D... hat ein Faible für
fensterlose Räume und betastet sich ständig am Kopf wie um
sich zu vergewissern, noch vorhanden zu sein. Verständlich, wenn
man sich wie sie in einem Universum bar jeder Kausalität und
Kontinuität bewegt. Sie erzählte vom Tod ihrer Mutter und
ihrer Katze sowie einer Reihe anderer Schicksalsschläge, wobei ich
aufgrund ihrer schnellen Sprechweise nur die Hälfte verstand. Um
halb fünf morgens trennten wir uns mit dem Vorsatz, uns
baldmöglichst auf einen Kaffee bei ihr zu treffen. Da ich sie am
nächsten Abend noch nicht aus dem Kopf hatte beschloss ich, mit
meinem Vorrat an Alkohol und Current 93-Platten nachzuhelfen. Der
Versuch war, unnötig zu erwähnen, ein Fehlschlag. (...)
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